Montag, 13. August 2018

Das Top-Thema in der Städteregion ist der Strukturwandel


Die Aachener Lokalpresse hat unserem Fraktionsvorsitzenden Harald Baal Fragen zur Rolle der Städteregion in Aachen gestellt. Hier finden Sie das vollständige Interview:


„Machtvoll wie kein zweites in der Region“ - so haben wir das Amt der Städteregionsrätin/ des Städteregionsrates in der AZ eingestuft. Teilen Sie diese Einschätzung? Welchen Stellenwert hat in diesem Zusammenhang der Aachener Oberbürgermeister?

Ich glaube, die Einstufung der Aachener Zeitung verkennt die Bedeutung der Bürgermeister vor Ort - und auch des Aachener Oberbürgermeisters. Wir nehmen in der Aachener Politik wahr, dass der Oberbürgermeister in Aachen unverändert erster Ansprechpartner ist, wenn es Beschwerde, Probleme oder auch Wünsche gibt. Er ist das Gesicht der Aachener Stadtverwaltung nach außen.

Der Städteregionsrat macht das zusammen mit den Bürgermeistern der neun anderen Kommunen in ähnlicher Art und Weise. Da die Aufgaben sauber getrennt sind, gibt es keine Über- oder Unterordnung. Beide zusammen (Oberbürgermeister und Städteregionsrat) können wichtige Impulse setzen.


Täuscht der Eindruck, dass die Städteregion als verwaltungstechnische Einheit und als politisches Instrument in der Stadt Aachen zu wenig Beachtung findet?

Ja und Nein. Die Stadt Aachen hat als Oberzentrum und kreisfreie Stadt in der Städteregion ein besonderes Gewicht. Aachens positive Entwicklung zur Wissenschaftsstadt führt dazu, dass die Stadt auch eigenständig wahrgenommen wird. Tatsächlich wissen alle Verantwortlichen in der Region, dass der Schlüssel zum Erfolg in dem Zusammenwirken in der Region liegt und nicht in der Abgrenzung. Das Thema Tihange zeigt das deutlich. Die Menschen in der Region haben Grenzen hinter sich gelassen.


Warum ist es der Politik in den vergangenen knapp neun Jahren seit Gründung der Städteregion Aachen nicht gelungen, eine Einheit zwischen Stadt Aachen und den ehemaligen Kreiskommunen zu schaffen?

Die Gründung der Städteregion war keine Verschmelzung von Stadt und Kreis Aachen zu einer einzigen Einheit. Die Stadt hat gezielt Aufgaben auf die Städteregion übertragen, die gemeinsam besser und preiswerter ausgeführt werden können. Das hat in den letzten Jahren sehr gut funktioniert.

Es wäre falsch, die Besonderheit und Individualität von Baesweiler, Monschau, Aachen und den anderen Kommunen zu opfern, um eine "Einheits-Region" zu erschaffen. Wichtig ist, dass der Schulterschluss bei den gemeinsamen Aufgaben funktioniert - und er funktioniert.


Was ist für Sie das drängendste Thema das die neue Städteregionsrätin/der neue Städteregionsrat nach ihrer/seiner Wahl angehen muss?

Das Top-Thema in der Städteregion ist der Strukturwandel. Im alten Nordkreis sind viele Arbeitsplätze bedroht, die mit der Braunkohle verbunden sind. Wo können die Menschen in 15-20 Jahren Arbeit finden?

Die Entwicklung von Campus Melaten und Campus West bietet die Möglichkeit rund um die Elektromobilität und anderen Forschungsfeldern, alternative Arbeitsplätze zu schaffen. Der neue Städteregionsrat übernimmt mit Verantwortung dafür, den Prozess in die Region zu tragen. Die Nachfrage nach interkommunalen Gewerbeflächen ist Beleg dafür.

 

 

 



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