Dienstag, 1. September 2015

Große Koalition erhöht Druck beim Kita-Ausbau

„Aachen ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt und soll es auch weiter bleiben. Dafür ist u.a. ein bedarfsgerechtes und ausreichendes Angebot an qualitativ guten Kinderbetreuungsplätzen Voraussetzung“, heißt es in einem Antrag, den die Koalition aus CDU und SPD jetzt auf den Weg gebracht hat. Eine ganze Liste mit Verbesserungen für die Betreuung von Unter-Dreijährigen wird der Verwaltung darin vorgelegt, die nun Vorschläge für deren Umsetzung entwickelt. „In der Sitzung des KJA vom 24.03.2015 wurden bereits diverse Maßnahmen vorgestellt. Darüber hinaus gilt es allerdings, weitere Punkte in die Betrachtung einzubeziehen, zu prüfen und daraus gegebenenfalls Lösungen und Vorschläge zu erarbeiten. Ebenfalls fand am 18.05.2015 der „Runde Tisch Trägeranteile“ statt. Auch die dort getroffenen Erwägungen haben wir in unseren Antrag mit einbezogen“, erklärt der kinder- und jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Peter Tillmanns. „Die Diskussion am Runden Tisch hat uns gezeigt, dass es sowohl aus Gründen der Subsidiarität, als auch aus finanziellen Erwägungen richtig ist, den Betrieb von Kindertagesstätten vorrangig freien Trägern zu überlassen. Hinsichtlich künftiger Übernahme von Trägeranteilen muss ein objektiver Kriterienkatalog entwickelt werden, der u.a. die Bedarfe in den einzelnen Sozialräumen als Kriterium abbildet“, führt Clea Stille, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD aus. Bei den Trägeranteilen, die in der Vergangenheit ganz oder teilweise übernommen wurden, müsse aus Gründen der Planungssicherheit ein Bestandsschutz gelten.

 

Ferner sei es notwendig zur Senkung der Mieten Investorenmodelle in den Blick zu nehmen und Anreize zum Bau zu schaffen. „Bereits heute werden viele Neubauten von Kindertagesstätten nicht durch die Stadt selbst ausgeführt und nach Fertigstellung von der Stadt oder einem freien Träger angemietet. Die Bandbreite, der zu zahlenden Mieten, ist enorm groß“, sagt Tillmanns. Weiter soll geklärt werden, inwieweit die städtische gewoge als Investor für den Kita-Bau auftreten möchte oder alternative Finanzierungskonzepte, wie z. B. ein Bürgerfonds, erfolgversprechend sind. Im Bereich der betrieblichen Kitas sollen Kooperationsmodelle von Einzelunternehmen mit freien Trägern und Zusammenschlüsse von mehreren Unternehmen zum Betrieb von Großtagespflegestelle vorangebracht werden. Die Verwaltung soll dazu Kriterien und ein Konzept entwickeln. Wegen der zurzeit nur beschränkt zur Verfügung stehenden Anzahl von für Kitas geeigneten Grundstücken im Stadtgebiet, wird die Verwaltung aufgefordert besonders in den wenig mit U3-Kitas versorgten Sozialräumen auf die Suche nach leerstehenden gewerblichen Gebäuden oder nicht mehr genutzten Schulgebäuden zu gehen. „Zu überlegen ist darüber hinaus, ob Großtagespflegestellen mit einer Erzieherin oder einem Erzieher und einer Tagespflegeperson in Vollzeitbeschäftigung und einer weiteren Tagespflegeperson in Teilzeitbeschäftigung eine kosteneffiziente Lösung zur Mit-Deckung des Bedarfs sein können. Ein solches Modell könnte durch den Europäischen-Sozialfond gefördert werden“, erläutert Stille einen weiteren Ansatz des Antrages.

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